Portrait Annette

Annette D.

Rechtsbehelfsstelle

Alter: 45

Dienststelle: FA Borken

Aufgabe: Einspruchsverfahren durchführen

Hobbys: Sport, Gartenarbeit, im Chor Singen

Wie kam es zu Ihrem Entschluss, sich für die neue Ausbildungs- und Imagekampagne zu engagieren?

Mir haben die bisherigen Kampagnen gefallen und deshalb habe ich spontan entschlossen, in diesem Jahr mitzumachen. Die Idee, die Außenwirkung der Finanzverwaltung zu verbessern, halte ich für gut und richtig. Zum einen profitieren wir alle von einer Imageverbesserung und zum anderen ist es sehr wichtig, dass sich auch künftig fähige, junge Leute bewerben. Toll finde ich auch, dass dieses Mal Teams fotografiert werden.

 

Wie hat Ihnen das Gruppen-Fotoshooting gefallen?

Es hat Spaß gemacht! Die Atmosphäre war ganz entspannt. Das Team vor Ort war super!

 

Wie haben Freunde und Familie reagiert, als Sie im Vorfeld berichtet haben, dass Sie sich als Mitarbeiter-Model für die Imagekampagne zur Verfügung stellen?

Ich habe vor der Bewerbung meine Familie gefragt, was sie davon halten, wenn ich mich bewerbe. Mein Mann war leicht amüsiert und meinte: “Mach das mal, das ist bestimmt eine interessante Erfahrung“ und für meine Tochter war das in Ordnung, solange ich nicht alleine auf dem Foto stehe. J Ansonsten habe ich wenig darüber gesprochen.

 

Das Kampagnenplakat zeigt als Mitglied eines digitalen Teams. Wo sehen Sie die Vorteile an der digitalen Arbeitsumgebung?

Als ich 1993 mein duales Studium in der Finanzverwaltung begonnen habe, wurden im Finanzamt Borken gerade Kabelschächte verlegt, damit in den Büros Bildschirmarbeitsplätze eingerichtet werden konnten. Damals gab es wöchentliche Rechenläufe und Daten auf Microfichen. Diese Dinge vermisst wohl niemand.

In einer digitalen Arbeitsumgebung laufen viele Arbeitsprozesse einfacher und effektiver ab, z.B. werden viele Steuererklärungen elektronisch abgegeben, so dass die Erfassung der Daten entfällt. Bei der Weiterverarbeitung werden fehlerhafte Daten direkt angezeigt und Plausibilitäten geprüft. Auch die Möglichkeiten steuerliche Fragestellungen zu recherchieren sind deutlich einfacher geworden: Heute findet man alle benötigten Informationen im Intranet – niemand geht mehr in die Bibliothek des Finanzamtes, um in einem Kommentar nachzuschlagen.

Für eine moderne und zukunftsorientierte Behörde ist es wichtig, dass man den gesellschaftlichen Wandel durch Digitalisierung mitmacht und mitgestaltet. Gleichwohl wird es auch für die Finanzverwaltung zukünftig wichtig bleiben bei fortschreitender Digitalisierung darauf zu achten, dass bei den veränderten Arbeitsprozessen und die daraus resultierende Arbeitsverdichtung der Faktor Mensch das Wesentliche bleibt.

Aber auch als Anwender (als Steuerpflichtige, die jedes Jahr ihre Steuererklärung abgeben muss) schätze ich die Digitalisierung. Für das Jahr 2006 habe ich zum ersten Mal meine eigene Steuererklärung per Elster erstellt. In den folgenden Jahren kamen die Authentifizierung, die Datenübernahme aus dem Vorjahr und der Belegabruf dazu. Auch wenn man sich zunächst in die Thematik einarbeiten muss, so wird es von Jahr zu Jahr schneller und einfacher die Steuererklärung zu erstellen und eine vorläufige Steuerberechnung wird direkt mitgeliefert!

 

Was mögen Sie am meisten an Ihrem jetzigen Job?

Mir gefällt es, dass man in der Rechtsbehelfsstelle auf sehr komplexe und interessante Fragestellungen trifft. Dort ist es wichtig, tief in den Sachverhalt und dessen steuerliche Würdigung einzutauchen. Sehr spannend ist auch, wie letztlich das Finanzgericht die Rechtsfrage beurteilt. Aktuell lasse ich mich nebenbei als Soziale Ansprechpartnerin für mein Kollegium ausbilden.

 

Woher stammt Ihr Interesse an einer Ausbildung zur Sozialen Ansprechpartnerin und worin bestehen Ihre Aufgaben?

Ich glaube, dass das Leben nicht immer nach Plan verläuft und es auch nicht immer gerecht ist. Unser Alltag wird manchmal aus heiterem Himmel durch Überraschungen und Ereignisse beeinflusst. Schön ist, wenn es sich um tolle Ereignisse handelt. Aber auch mit den Tiefschlägen müssen wir zurechtkommen. Deshalb finde ich es gut, dass die Finanzverwaltung Kolleginnen und Kollegen als Soziale Ansprechpartner (SAP) ausbildet. Während dieser nebenberuflichen Ausbildung finden in einen Zeitraum von drei Jahren unter Leitung eines Psychologen und einer erfahrenen SAP immer wieder Seminare statt.

Die Sorgen, mit denen unsere Kolleginnen und Kollegen zu uns kommen dürfen, beziehen sich auf alle Lebensbereiche. Egal, ob es Schwierigkeiten mit der Arbeit, Kollegen oder Vorgesetzten sind oder es sich um Sorgen im privaten Umfeld handelt: Wir bieten vertrauliche Gespräche zur Entlastung und als Orientierungshilfe. Dabei geht es darum zuzuhören und das Problem aufzunehmen und zu erkennen. Wir wollen den Kollegen helfen, die eigenen Ressourcen wieder zu entdecken und suchen gemeinsam nach Lösungen. Wir haben keine psychologische Ausbildung. Daher werden wir gegebenenfalls als Lotse tätig und helfen den Kollegen, die richtige Anlaufstelle für ihre Sorgen zu finden. Für mich steht der Wunsch einer Kollegin oder einem Kollegen in schwierigen Situationen zu helfen im Vordergrund.

 

Erhalten auch die Bürgerinnen und Bürger von Ihnen Hilfe? Wo erleben Sie Bürgerservice in der Finanzverwaltung?

Bürgerservice findet für mich immer da statt, wo ich Kontakt zum Steuerbürger habe. Eine unkomplizierte Kommunikation und bürgernahe Sprache sind hier für mich elementar. Oft ist es schon sehr hilfreich, Dinge direkt telefonisch zu klären und nicht lange hin und her zu schreiben. In der Rechtsbehelfsstelle finde ich es auch wichtig, dass man sich immer wieder bewusstmacht, mit wem man eine Rechtsfrage diskutiert: Bei den Formulierungen muss es in meinen Augen einen Unterschied machen, ob der Einspruchsführer ein Steuerberater oder ein steuerlicher Laie - z.B. ein Rentner - ist.

 

Was machen Sie, wenn Sie gerade nicht für die Finanzverwaltung tätig sind?

Ich singe in einem Chor, ich mache gerne Sport, ich arbeite oft im Garten und lese viel. Im Urlaub mit meiner Familie wandern wir am liebsten oder fahren Ski.

Annette privat

 

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